Im Rahmen meiner OB-Sommertour war ich in Wien unterwegs – und habe spannende Einblicke in zukunftsweisende Stadtentwicklung gewonnen. Besonders beeindruckt haben mich meine Gespräche mit Sarah Zeller vom Verein JUNO. JUNO ist eine zentrale Anlaufstelle für getrennt- und alleinerziehende Elternteile – und verbindet gezielt die Bedürfnisse von Familien mit den Möglichkeiten sozialer Wohnraumprojekte.
JUNO – eine starke Stimme für Alleinerziehende
Der Verein JUNO – Zentrum für Getrennt- und Alleinerziehende in Wien wurde gegründet, um alleinerziehende Mütter und Väter in ihrer besonderen Lebenssituation zu stärken. JUNO versteht sich als Plattform für Beratung, Selbsthilfe und strukturelle Veränderung.
Neben psychosozialer Beratung, Workshops und Vernetzungsangeboten vermittelt JUNO auch Zugang zu Wohnprojekten, begleitet Bauträger bei der Gestaltung von Grundrissen und gibt Betroffenen eine Stimme in politischen Prozessen. JUNO macht sich stark dafür, dass sozialer Wohnraum wirklich zur Lebensrealität von Familien passt – und schafft so konkrete Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen.
Das Sonnwendviertel: integrierte Stadtplanung für Familien
Im Sonnwendviertel zeigt sich, wie das gelingen kann:
Es gibt dort sowohl geförderten als auch freifinanzierten Wohnraum.
Die Quartiere sind so gestaltet, dass Kindergarten, Schule, Spielplätze und Nahversorgung direkt integriert sind.
In Wien kann Bauland ausschließlich für geförderter Wohnbau gewidmet werden – ein starkes Signal für mehr Chancengleichheit.
Village im Dritten: ein Stadtquartier für alle Lebensformen
Anschließend hat mir Sarah Zeller noch ein weiteres beeindruckendes Projekt gezeigt: das Village im Dritten. Hier entsteht ein urbanes, durchmischtes Stadtquartier, in dem unterschiedliche Wohn- und Lebensformen miteinander verbunden werden.
Besonders bemerkenswert:
Die Grundrisse wurden gezielt für Alleinerziehende optimiert – zum Beispiel drei Zimmer auf nur 65 Quadratmetern, damit jedes Kind ein eigenes Zimmer hat, ohne dass Wohnfläche verschwendet wird.
Im Village im Dritten gibt es nicht nur klassischen Wohnraum, sondern auch Gemeinschaftsbereiche, inklusive Angebote und Raum für neue Wohnmodelle.
Auch hier stehen soziale Durchmischung, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt der Quartiersentwicklung.
JUNO ist Teil der sozialen Begleitung und bringt die Perspektive von Alleinerziehenden in die Gestaltung des Quartiers aktiv ein.
Das Projekt zeigt: Wenn Stadtentwicklung mutig gedacht wird, können soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Bauen Hand in Hand gehen.
Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Bürokratieabbau
Bei allen geförderten Bauprojekten in Wien gelten inzwischen klare Anforderungen:
Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft sind verbindliche Bestandteile von Bauträgerwettbewerben.
Gleichzeitig wird über Bürokratieabbau diskutiert – denn Genehmigungen dauern oft zu lange und erschweren die schnelle Umsetzung guter Ideen.
Warum dieser Besuch wichtig war
Für mich als Oberbürgermeister-Kandidat ist klar:
Sozialer Wohnraum braucht neue Konzepte, weniger Bürokratie – und starke Partner wie JUNO.
Was Wien vormacht, kann auch für unsere Stadt ein Vorbild sein: mutige Stadtplanung, die Lebensrealitäten ernst nimmt und niemanden zurücklässt.